Neue Erkenntnisse, was Attraktion ausmacht

Das Jahr 2016 ist zwar schon einige Tage vorbei, aber jetzt erst hat PsyBlog neun neue Erkenntnisse zusammengestellt, die die Wissenschaft im vergangenen Jahr hervorgebracht hat.

Dazu zählen:

  • Gegensätze ziehen sich an – aber nur, wenn die Leute single sind. Das hat eine Studie ermittelt, die mit der Attraktivitätsbewertung von Gesichtern arbeitete.
  • Mehr Altruismus, mehr Sex – wer anderen hilft, hat und hatte tendenziell mehr Sex als nicht-altruistische Mitglieder von Vergleichsgruppen.
  • Wer attraktiver werden will, muss abnehmen – man muss den BMI um 1,33 kg/m² senken, eher andere Menschen einen als attraktiver bewerten.
  • Männer sollten nicht versuchen, „sexy“ zu klingen.
  • Männer, über deren Gefühle Frauen sich nicht sicher sind, wirken auf diese attraktiver.
  • Ein Bart signalisiert Bereitschaft zu einer Langfristbeziehung. Für Kurzfristbeziehungen präferieren Frauen eher Stoppelbärte.
  • Die linke Wange wird als attraktiver bewertet. Also sollte man die linke Gesichtsseite in die Kamera halten.
  • Menschen, deren Gesicht die Mischung aus zwei Ethnien erkennen lassen, werden am attraktivsten bewertet. Das ist bei Menschen, die am attraktivsten bewertet werden, besonders deutlich.
  • Die Gruppe bestimmt mit, wie attraktiv ein einzelnes Gruppenmitglied bewertet wird. Besteht die Gruppe eher aus nicht besonders attraktiv bewerteten Personen, wird eine durchschnittlich gut aussehende Person darin umso attraktiver bewertet.

Die Attraktivitätsforschung in Soziologie und Psychologie war also auch in den vergangenen Monaten sehr produktiv. Einige der hier aufgelisteten Erkenntnisse decken sich mit ähnlichen Befunden, die schon länger bekannt sind. Insgesamt zeigen die Erkenntnisse aber auch, wie fluide unsere Wahrnehmung von Attraktivität eigentlich ist. Das Frappierende ist, finde ich, dass diese Befunde ja allgemein gelten während man als Individuum absolut sicher ist, dass man genau benennen kann, was eine attraktive Person ausmacht. Liegt die Attraktivität wirklich „im Auge des Betrachters“ oder gibt es allgemein gültige Attraktivitätskriterien, denen man sich als Mensch nicht entziehen kann. Ich tendiere zu letzterem.

Vermutlich bildet sich das Attraktivitätsurteil unbewusst und mit der Beantwortung der Frage nach den Gründen, warum man diese eine Person als besonders attraktiv empfindet, rationalisiert man sich nur etwas zurecht. Dies ist aber nur eine Vermutung von mir.

Die „ficktiefe Frau“

Ich möchte gerne auf einen netten bilderbetonten Blog hinweisen: https://ficktiefefrau.wordpress.com/, Untertitel „Female Domination“. Es sind sehr, sehr schöne, anregende Grafiken zu sehen und ich hoffe sehr, dass weitere dazu kommen. Die letzten stammen aus dem April 2017.

Wir erfahren leider nicht, woher die Bilder kommen, auch nichts über die Macherin oder den Macher der Seite. Das ändert sich hoffentlich 🙂

Baptist: Vagina-Waxing ist Sünde

Baptisten-Pastor John Piper, der unter anderem die Website desiringGod.com betreibt, mag es nicht, wenn Frauen ihre Vagina von Haaren befreien. Damit würde Gottes Werk beleidigt, denn wenn Gott Haarlosigkeit an intimen Stellen für gut befunden hätte, hätte er den Menschen und damit auch die Frau, anders gestaltet.

Dabei ist das Intimwaxing für Piper, der sich „Chancellor of Bethlehem College & Seminary“ nennt, genauso sündhaft wie plastische Chirurgie: „Women who “groom their private parts are no less sinful than those undergoing plastic surgery procedures.”

Die Seite desiringGod.com schreibt erwartungsgemäß auch gegen Homosexualität und gleichgeschlechtliche Ehe, stellt aber auch die Frage, wie mal als Christ unter einem „unqualifizierten Präsidenten“ Trump leben kann.

Aus Spaß und reiner Lust macht man Waxing sicher eigentlich nicht, es sei denn man steht auf diese Schmerzen. Dennoch liegt die Prozedur, also das Entfernen der Haare um die Vagina mit Wachs liegt offenbar im Trend, nicht das Abrasieren.

Eine prominente Vertreterin ist das Dessousmodel Laci Kay Somers – man kennt sie von einem Werbespot während des Super Bowls – die diese Prozedur auch auf YouTube dokumentierte.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=PqkMOi1awpw.

Aufgrund des großen Erfolgs legte ihre Schwester auch gleich nach.

Auch hierzulande interessieren sich immer mehr Frauen für das Enfernen der Intimbehaarung mit Wachs. Im Frage-Antwort-Portal GuteFrage wird zum Beispiel diskutiert, dass statt Wachs auch Zucker verwendet werden kann. Die Shave-typischen Symptome wie Pickel und rote Stellen sollen sich mit Waxing oder Sugaring vermeiden lassen. Wird die Prozedur regelmäßig ausgeführt, soll sich der Abstand, in denen die Haare nachwachsen, angeblich verlängern.

Es wird Sommer, Bikini-, Badehose-, oben ohne – Zeit. Wie entfernt ihr die Haare? Rasieren/Waxing/Sugaring/Abbennen? Schreib es in das Kommentarfeld!

Let’s Talk About Sex, Baby – deutsche Erotik- und Sexpodcasts

Eine Zusammenstellung interessanter deutscher Podcasts mit erotisch-sexuellem Bezug

Im angloamerikanischen Bereich gibt es sehr viele und sehr professionell produzierte Sexpodcasts, meist moderiert von Lebensberatern oder Psychologen, zum Beispiel Sex with Emily. Doch inzwischen gibt es auch viele Sexpodcasts aus Deutschland:

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Was ist schwieriger: Den Onenightstand loszuwerden oder Schuldgefühle zu bewältigen?

Phantastisch: Ronja von Rönne postet einen kleinen Text auf Facebook, in dem sie neun Tipps gibt, wie man einen Onenightstand wieder los wird. Dazu gehört es, laut über Babynamen nachzudenken, Webseiten mit Brautmode offen stehen zu lassen oder alternativ die Suchergebnisseite für die Keywords „Syphilis“ und „Symptome“.

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Frroenne%2Fposts%2F10211574666498036&width=500

(bescheuerterweise kann man auf WordPress.com keine iFrames integrieren, wer den Post sehen will, müsste auf den Link klicken)

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Twentysomethings reden über Sex

Noch ein Sex-Podcast ist erschienen. Podcasts erleben derzeit eine Renaissance, ganz offensichtlich.

Vor einiger Zeit schrieb meedia über einen Erotikpodcast zweier Frauen aus Berlin. Dadurch bin ich auch erst auf diesen Podcast aufmerksam geworden. Und es hat mich zu einer Suche in iTunes beziehungsweise in der Podcast-App nach „Erotik“ und „Sex“ gesucht. Man findet wirklich einige, obwohl ja gerade Apple als US-Unternehmen sehr grosse Schwierigkeiten mit Erotik und Nacktheit hat. Im verbalen Bereich scheint das keinen so zu stören. Marie und Isabel wollen sich um besseren Sex kümmern.

„Oh, Baby – der Podcast für besseren Sex“ mit Marie („immer noch Single und abenteuerlustig“) und Isabel („immer noch langweilig, immer noch in’ner Beziehung“) ist neu. Die Macherinnen bleiben eher anonym. Der Klangfärbung nach dürften sie aus dem Fränkischen, vielleicht auch aus dem Hessischen stammen. Inhaltlich und in der technischen Umsetzung ist dieser Cast nach drei Episoden noch hinter (dem Vorbild) „Sexvergnügen“ mit Ines Anioli und Leila Lowfire (laut Vice unter den sieben besten Podcasts Deutschlands). Der Ansatz ist im ersten Anschein recht vergleichbar: Zwei Frauen reden über Sex. Es kommen in diesem Podcast oft externe Aufnahmen zum Einsatz, Interviews sind integriert, Stimmen aus Umfragen aus dem Freundeskreis der beiden Frauen, aber dennoch bleibt vieles an der Oberfläche von vier bis fünf Sätzen.

Die Macherinnen geben sich Mühe, dennoch habe ich beim Hören nach Episode zwei der Meinung es ist etwas sehr gescripted und leidet ein bisschen an Magazinitis, finde ich (viele bunte Themen). Der Talk ist zwar gespickt mit entsprechenden Ausdrücken, aber es klingt stellenweise einfach wie abgelesen und gespielt, nicht wirklich echt. Es werden zwar viele Aspekte mal angeschnitten, aber die beiden sind eben hörbar jung, Anfang und Ende zwanzig. Daher überraschen die Gesprächsthemen auch nicht. Man kennt das aus Sexmagazinen aller Art, im TV, in Print, im Web. Alles schon mal durchgenommen. Die beiden geben sich Mühe, machen sich viel Arbeit. Das Ergebnis ist okay, der Erkenntnisgewinn nicht allzu hoch.

Das liegt vielleicht am Alter der Protagonistinnen, 20 bis 30 ist ja eher so die Paarfindungs- und Kinderwunschkonkretisierungsphase. Unter 30 hat man sicher weniger Bedarf nach „besserem Sex“, da ist Sex eher der soziale Kitt, der die monogame Beziehung stabil hält – oder auch nicht und zum Partnerwechsel führt.

In Folge zwei unterhielten sich die beiden über BDSM und Fifty Shades of Grey. Da wurden ein paar Begriffe aus einem „BDSM-Lexikon“ vorgelesen, was zur Belustigung und ausgedrückter Verständnislosigkeit führte. Das klang dann doch alles etwas kiddy und führt dazu, dass man den beiden das Involvement mit dem Thema nicht so richtig abkauft. Die beiden wollen viel Erfahrung durchklingen lassen, aber ist das authentisch, frage ich mich.

Man hört die lebensaltertypischen Vorbehalte durch: Alte Männer 50 plus mit Hornbrille und Bierbauch, so „richtige Hausmuttis mit kurzen Haaren“, die im Sexshop einkaufen. Creepy. Entrüstung und Abscheu, wenn man Sextoys bei anderen, eben bei Männer, in der Schublade findet. Eklig.

Am interessantesten, weil authentischsten ist es, den beiden zuzuhören, wenn sie Erfahrungen aus dem Alltag reden, über den bigotten Umgang mit Sex, etwa welche Sprüche im Büro kommen, wenn es um Vibratoren geht, die gleichen Leute die Teile aber heimlich mit nach Hause nehmen. Sowas kommt viel zu kurz. Die Einspieler mit Umfragestimmen – fast überflüssig. Ich würde lieber ungekünstelten Dialog zwischen beiden hören.

Sicher wollen sich Marie und Isabel einfach auch nur an jüngere Hörer wende und vielleicht bin ich einfach nicht Zielgruppen-kompatibel. Ich wünsche ihnen viele Hörer und viel Erfolg.

UPDATE 11.5.2017

Wie inzwischen bekannt ist, ist dieser Podcast eine Art Abschlussprojekt der Burda Journalistenschule. Die Absolventen und Absolventinnen sollen nicht mehr vordergründig Artikel herstellen, sondern digitale Medienprodukte produzieren. Vor kurzem fand die Präsentation der Projekte des Jahrgangs 2015/2017 in Offenburg statt. Der Oh-Baby-Podcast ist also eines dieser acht Projekte. Dies ist also ein journalistisches Format, nicht alles muss also selbst erlebt oder authentisch sein. That’s Entertainment!

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Screenshot der Burda Journalisten Schule bjs-blog.de 

Der Orgasmus der Frau ist das Ziel für Männer beim Sex

Unter dem Titel „Do Women’s Orgasms Function as a Masculinity Achievement for Men“ erschien kürzlich eine Studie im Journal of Sex Research. Der Befund geht zurück auf ein Experiment mit um die 800 Teilnehmer, alles Männer, denen Wissenschaftler zum einen Teil eine erotische Geschichte zu lesen gaben, in denen es um Sex zwischen Mann und Frau ging, wobei die Frau einen Orgasmus erlebte. Eine andere Teilgruppe bekam die gleiche Geschichte mit dem Unterschied, dass in dieser Version die Frau keinen Orgasmus hatte. Die Männer sollten sich in die Geschichte hineinversetzen und danach einige Fragebögen beantworten, die Dinge wie Erregung, Männlichkeitsgefühl, aber auch Rollenverständnisse abfragten. Diejenigen Teilnehmer aus der Gruppe mit der Storyversion, in der die Frau einen Orgasmus hatte, fühlten sich erregter und maskuliner. Das kann man nun so deuten, dass Männer versuchen, diesen für sie erwünschten Zustand zu erreichen, indem sie der Frau einen Orgasmus verschaffen. Der Versuch, eine Frau zum Höhepunkt zu bringen, ist also nicht männlich-selbstlos.